Schwierige Zeiten, unsichere Zeiten, Zeiten aus den Fugen – diese Diagnose hat Konjunktur.
Sie begegnet uns in den Medien ebenso wie im kollektiven Gefühl einer diffusen Verunsicherung. Populisten leben von genau diesem Unbehagen – es ist ihr wichtigstes Kapital.
Aber wann genau waren die Zeiten eigentlich einfach? Denkt nicht jede Generation, ausgerechnet sie hätte es besonders schwer? Herausforderungen sind der Normalfall der Geschichte, keine Ausnahme. Entscheidend war noch nie, ob es schwierig ist, sondern was wir daraus machen. Denn die Zukunft schreibt sich nicht von selbst – wir schreiben sie mit!

Anmeldung

 

Programm Wintersemester 2026/27

22.10.26: Sicherheitsgarant oder Unterdrückungsinstrument? Der Hohenasperg in Umbruchszeiten (Studium Generale on Tour)

Besuch des Museums Hohenasperg

Referentin: Dr. Franziska Dunkel, Kuratorin Haus der Geschichte Baden-Württemberg 

Hier geht's zum Studium Generale on Tour:
Studium Generale on Tour

Umbrüche verunsichern. Aber sie können auch die Hoffnung erwecken, dass man gesellschaftliche Probleme verändern kann. Das Ausstellungsgespräch im Museum Hohenasperg handelt von Männern, die in Zeiten des Umbruchs für eine andere Gesellschaftsordnung kämpften, und dem Staat, der sie als Bedrohung empfand, strafrechtlich verfolgte und einsperrte. Und es geht darum, wie wir an sie erinnern. Wer gilt als Freiheitskämpfer, wer als Terrorist? Wieviel Rebellion verträgt die Demokratie? Was brauchen wir, um sicher zu sein?

Referentin: Dr. Franziska Dunkel  
Dr. Franziska Dunkel studierte Architektur, Germanistik und Geschichte in München. Seit 2009 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Haus der Geschichte Baden-Württemberg. Seit 2024 ist sie in der Abteilung Bildung und Vermittlung zuständig für Antisemitismusprävention.

03.11.26: Gefühle für „unsichere“ Zeiten

18:00 Uhr
Online und vor Ort Hochschule Esslingen, Campus Stadtmitte, Kanalstr. 33, Gebäude 1, Senatssaal, Raum S 01.021

Anmeldung

Menschen wie Gesellschaften reagieren emotional auf Krisen, in erster Linie verbinden wir unsichere Zeiten mit negativ besetzten Gefühlen, mit Angst oder Sorge. Das ist verständlich und als Schutzreaktion in einer Bedrohungssituation durchaus wichtig, aber nicht die einzig denkbare Reaktion.

Schon seit der Vormoderne nutzen religiöse und staatliche Akteure solche Unsicherheit gezielt aus, um im Gegenzug Gewissheit und Orientierung zu versprechen. Im 19. und 20. Jahrhundert dagegen wurden Hoffnung und Zuversicht als treibende Kräfte für gesellschaftlichen Fortschritt und Selbstwirksamkeit entdeckt. Im 21. Jahrhundert schwindet das Vertrauen in gesicherten Fortschritt zusehends, und Zuversicht scheint zunehmend wieder durch kollektive Ängste ersetzt.

Vor dem Hintergrund der historischen Bedeutungen und Wandlungen von Gefühlen im gesellschaftlichen und politischen Kontext entwickelt der Vortrag ein differenziertes Bild. Er endet mit einem leidenschaftlichen Plädoyer, in unsicheren Zeiten auch positive Gefühle walten zu lassen, um die eigene wie gesellschaftliche Resilienz und Zukunftsfähigkeit zu stärken.

Referentin: Prof. Dr. Dr. Ute Frevert, Historikerin, Präsidentin der Max Weber Stiftung, Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina 

Prof. Dr. Dr. Ute Frevert ist Präsidentin der Max Weber Stiftung und Direktorin (em.) am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, wo sie von 2008 bis 2024 den Forschungsbereich „Geschichte der Gefühle“ leitete. Die Historikerin lehrte zuvor in Yale und hatte Professuren in Bielefeld, Konstanz sowie an der FU Berlin inne. Sie wurde 1998 mit dem renommierten Leibniz-Preis ausgezeichnet und ist seit 2016 Trägerin des Bundesverdienstkreuzes. Aus richtungsweisenden Arbeiten zur Sozial- und Geschlechtergeschichte entwickelte sie ihr Forschungsinteresse an der Emotionsgeschichte und zeigt seither in zahlreichen Studien, inwiefern Gefühle historisch geprägt sind und ihrerseits geschichtsbildende Kraft entfalten. 2020 wurde sie dafür mit dem Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa geehrt.

07.12.26: Psychische Gesundheit in herausfordernden Zeiten – Erkenntnisse aus der Resilienzforschung

18:00 Uhr
Online und vor Ort Hochschule Esslingen, Campus Stadtmitte, Kanalstr. 33, Gebäude 1, Senatssaal, Raum S 01.021

Anmeldung

Resilienz bezeichnet in der Psychologie das Phänomen, dass Menschen trotz widriger Umstände und Belastungen seelisch und körperlich gesund bleiben oder nur kurzfristig erkranken. 

Gerade vor dem Hintergrund aktueller globaler Veränderungen und Krisen, welche auf gesellschaftlicher aber auch auf individueller Ebene wirken, stellt sich häufig die Frage, welche Schutzfaktoren wirksam sind und was auf individueller Ebene getan werden kann, um die eigene psychische Widerstandskraft zu stärken. 

In dem Vortrag sollen zunächst eine allgemeine Übersicht über die Entwicklung der Resilienzforschung gegeben sowie Impulse zur Steigerung der individuellen psychischen Widerstandskraft vermittelt werden. 

Referentin: Prof. Dr. Andrea Chmitorz, Resilienzforscherin, Hochschule Esslingen

Andrea Chmitorz studierte Psychologie in München sowie an der University of Warwick in Großbritannien und absolvierte anschließend den Master of Public Health an der University of Cardiff. Sie promovierte am Institut für soziale Pädiatrie und Jugendmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität München. Nach einer Tätigkeit als Projektepidemiologin bei der Boehringer Ingelheim GmbH arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz sowie am Leibniz-Institut für Resilienzforschung (LIR) Mainz. Sie absolvierte dort ihre Weiterbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin (Verhaltenstherapie) mit Approbation. Seit dem Wintersemester 2019 ist sie Professorin an der Hochschule Esslingen, Fakultät für Soziale Arbeit, Bildung und Pflege.

25.01.27: Die Kunst ist frei! Über die Möglichkeiten und Grenzen von Kulturpolitik

18:00 Uhr
Online und vor Ort Hochschule Esslingen, Campus Stadtmitte, Kanalstr. 33, Gebäude 1, Senatssaal, Raum S 01.021

Anmeldung

Kunst und Kultur stehen zunehmend im Fokus öffentlicher Auseinandersetzungen, in Deutschland und international. Ökonomische Zwänge, Versuche politischer Einflussnahme und die immer stärker werdende Polarisierung der Debatten verschärfen den Druck auf Kulturschaffende und kulturelle Einrichtungen. Gleichzeitig liegt darin die Chance, den Diskurs über die Rolle von Kunst und Kultur neu zu beleben. Erst recht in einer Zeit, in der die Notwendigkeit von Orten, die inhaltliche und auch kontroverse Auseinandersetzung mit Kunst und Gesellschaft fördern, wächst. In diesem Spannungsfeld bewegt sich Kulturpolitik heute: Der Staat steht in der Verantwortung einen verlässlichen Rahmen für künstlerisches Schaffen und Kultur zu ermöglichen, muss aber zugleich die Kunstfreiheit als unverhandelbares Grundrecht verteidigen. Die Balance zwischen öffentlicher Förderung und künstlerischer Autonomie führt immer wieder zu kontroversen Auseinandersetzungen: Wie kann die Transparenz und Nachvollziehbarkeit öffentlicher Förderung gestärkt werden? Welche Verantwortung tragen die Institutionen in der Vermittlung und Kuratierung? Und wie kann Kunstfreiheit sich gegen Angriffe und Instrumentalisierung wappnen? 

 

Referentin: Petra Olschowski, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Petra Olschowski ist seit September 2022 Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. Zuvor war sie Staatssekretärin im selben Ministerium (ab 2016), erste Rektorin der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (ab 2010) und Geschäftsführerin der Kunststiftung Baden-Württemberg (ab 2002).
Sie ist ausgebildete Redakteurin und studierte Kunstgeschichte und Germanistik in Stuttgart. Sie war als freie Journalistin, Lektorin (u. a. für Hatje Cantz) und Kuratorin tätig, zudem ehrenamtlich u. a. als Vorsitzende des Württembergischen Kunstvereins, Kuratoriumsmitglied der Künstlersozialkasse des Bundes, in der Kommission Kunst am Bau Baden-Württemberg.
Seit 2021 ist sie Landtagsabgeordnete für Stuttgart IV. Als Ministerin leitet sie die Verwaltungs-/Aufsichtsräte der Staatstheater, der MFG und der Filmakademie Baden-Württemberg.

Rückblicke Sind Sie an vergangenen Vortragsreihen interessiert?

apply

Interesse geweckt? Informier dich! über unser Studienangebot

Ihre persönliche AnsprechpersonMelden Sie sich bei

Foto Nathalie Andries

Nathalie Andries

Tel: +49 711 397-3645
E-Mail: Nathalie.Andries@hs-esslingen.de
Nachricht senden